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Simon Brechbühler: das Interview PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Roland Jungi (Mediaverantwortlicher)   
Dienstag, 26. Januar 2010

Der erst 23jährige in Utzenstorf wohnhafte Trainer des U-21-Teams der Burgdorf Wizards sorgt mit seiner Verpflichtung zum neuen Chefcoach des deutschen Damen-Nationalteams für die regionale, sportliche Schlagzeile. Dieser hat beim Antreten seines neuen, zusätzlichen Engagements - am 1. Januar 2010 - mit seinen Spielerinnen nur ein Ziel zu erfüllen: Qualifikation zu den Weltmeisterschaften 2011 in der Schweiz!

 

simon_brechbuehler.jpgDer Tausendsassa und Hans Dampf in allen Gassen ist zudem noch Schiedsrichter in der Swiss Mobiliar League. Zu seiner Verpflichtung resp. wie es überhaupt dazu kam, sagte Brechbühler: „Dank Kontakten mit Spielerinnen und dem U-19 Nationalteam kam der Kontakt zum Floorball Verband Deutschland (FVB) zustande." Der dem Virus „Unihockey" völlig verfallene Brechbühler betonte: „Ich durchlief ein Auswahlverfahren. Dieses ging sehr schnell über die Bühne und die Verantwortlichen des FVB haben mir die Verantwortung zur Führung des Damennationalteams übertragen." 

Herausforderung und Abenteuer

Es ist wie in einem Märchen! Unihockey in Deutschland ist auf der Weltkarte des kleinen Balles mittlerweile auf Platz 5 vorgerückt. Wer weiss wie die Cheftrainer, spielt keine Rolle in welcher Sportart, in der Medienlandschaft beinahe schon gnadenlos seziert werden, muss unweigerlich bei Brechbühler feststellen, wie cool er seine neue Aufgabe sieht: „Ich sehe dies als eine grosse Herausforderung und Abenteuer für mich. Ich bin mir bewusst, dass ich ab sofort im Rampenlicht stehe."

 Brechbühler wird nicht Vollprofitrainer

Kann der erfolgreiche Nachwuchscoach nun vom Unihockey leben? „Nein. Ich werde nach wie vor auf der Gemeinde Etzelkofen meiner geregelten Arbeit nachgehen. Auch die U-21 der Burgdorf Wizards werde ich weiterhin betreuen. Diese muss aber gewärtigen, dass sie bei Zusammenzügen der deutschen Nationalmannschaft das eine oder andere Mal auf mich verzichten muss. Die Anstellung beim FVD läuft auf Mandatsbasis." 

Hält Brechbühler dem grossen Druck stand?

Wie realistisch der 23jährige dieses Thema angeht zeig dessen Aussage dazu: „Ich war mir vor dem Antreten meines neuen Jobs bewusst, welchen grossen Erwartungen und welch grossem Druck ich standhalten muss. Hätte ich gespürt, den beiden Punkten nicht gerecht zu werden, hätte ich nie zugesagt. Die Verantwortlichen des Floorball Verbandes Deutschland haben gleich selber mit der Zielsetzung an mich und an das Team die Messlatte hoch gelegt. Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2011 in unserem Land ist das Minimalziel!"

Emotionen sind erforderlich

Mit seinem jungen Alter verfügt Brechbühler über eine grosse, sachbezogene Kenntnis des Unihockeys, hat als aktueller Schiedsrichter zudem das grosse Glück, das Spiel als solches auch aus dieser Optik zu sehen resp. seine Erfahrung seinen Spielerinnen weiter zu geben. Brechbühler zeigt bei der Vorbereitung, beim Spiel und in dessen Nachbetrachtung zwei komplett verschiedene Gesichter: Vor und nach dem Match ist er besonnen, atypisch introvertiert, aber was danach während den Spielen an der Bande geschieht, erinnert stark an Hans Zach, dem legendären Alpenvulkan, aus dem deutschen Eishockey. Letzteres ist in den Medien unseres nördlichen Nachbarn gefragt, denn: Emotionen von Chefcoaches sind immer wieder das Salz in der Suppe! Ohne solche wird Brechbühler zerrieben.

Deutsche Tugenden sind gefragt

Wie gestaltet der Nationaltrainer seine Arbeit? „Ich werde wenig mit dem Team resp. mit den Nationalmannschaftsmitgliedern in der laufenden Meisterschaft arbeiten können, dies geschieht bei den bereits erwähnten Zusammenzügen. Mein Schwergewicht lege ich auf die vielen anstehenden Gespräche mit meinen Spielerinnen. Jeder Klubtrainer in Deutschland wird meine Vorgabe umsetzen müssen und letztlich werde ich aus der Distanz selektieren, d.h. auch ich werde die bekannten deutschen Tugenden annehmen müssen. Abgerechnet wird erst am Schluss und danach gewinnen immer die Deutschen!"

Das Interview durfte nach Absprache mit der Redaktion der "D'Region" erst heute Dienstag, 26. Januar 2010, auf unserer Homepage aufgeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

 

 

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